|
Startseite » Königsberg » Stadtführung
Stadtführung durch Königsberg
Originaltext aus "Führer durch Königsberg und Umgebung" 30er Jahre
Vom Hauptbahnhof gelangt man
durch die verkehrsreiche Vorstädtische Langgasse mit ihren zahlreichen
Geschäften, vorbei an der Börse,
zu dem im Mittelpunkt der Stadt gelegenen Schloß
mit den Kunstsammlungen und dem berühmten
"Blutgericht", einem der stimmungsvollsten Weinlokale Deutschlands.
Durch die Schmiedestraße, am Fischmarkt vorbei, der dem
Fremden manches Bemerkenswerte bietet,
kommt man zum Dom auf der Dominsel.
Hinter dem Dom liegt die alte Universität, die bis
zum Jahre 1862 dem Hochschulunterricht diente.
Am Dom das Kant-Grabmal. Das ursprüngliche Stadtbild der alten Hansestadt
Königsberg, schmale Häuserfronten, drei bis vier Stockwerke mit dem Giebel nach der Straße, hat sich am längsten im Kneiphof
erhalten.
Weiter geht es durch die Brodbänkenstraße zum Kneiphöfschen Rathaus mit dem architektonisch und historisch
interessanten Junkerhof. Das Kneiphöfsche Rathaus enthält jetzt das Stadtgeschichtliche Museum, in dem ein Zimmer mit
Andenken Kants eingerichtet ist. Die Verwaltung der Stadt ist seit 1927 in das Stadthaus am Hansaring verlegt. Über die
Köttelbrücke zur Börse. Durch die Kneiphöfsche Langgasse
(Blick auf das Hundegatt mit seinen Jahrhunderte alten romantischen
Speichern),
die Kantstraße,
über den Kaiser-Wilhelm-Platz
am Gesekusplatz vorbei und die Junkerstraße zum Paradeplatz, einem
der schönsten Plätze der Stadt mit der neuen Universität
und dem Opernhaus. Gegenüber der Universität befindet sich die
schönste und größte Buchhandlung Deutschlands, Gräfe und Unzer, gegründet 1722 (Besichtigung jederzeit gestattet). Vom
Paradeplatz gelangt man zur Staats- und Universitätsbibliothek und Regierung am Mitteltragheim,
durch den Nachtigallensteig
zum prächtig gelegenen Oberteich. Am Wallring sind sehenswert der Wrangelturm
mit dem Deutschen Michel von Reusch,
die
Kunsthalle und das monumentale "Haus der Technik" der Deutschen Ostmesse. Am Hansaring die Deutsche Ostmesse und ihr
gegenüber das Stadthaus, der Nordbahnhof (im Sommer täglich 30 Bäderzüge zu den Ostseebädern der romantisch zerklüfteten
Steilküste des Samlandes),
das neue Gerichtsgebäude, das neue Staatsarchiv und die Oberpostdirektion.
Am Finanzamt und am Neuen Schauspielhaus (dem früheren Luisentheater) vorbei
durch die breite, schöne Hufenallee zum Tiergarten, der mit seinem
reichhaltigen Tierbestand mit die erste Stelle unter den zoologischen Gärten Deutschlands einnimmt. Sehenswert ist hier das
Freiluftmuseum (Heimatmuseum). Empfehlenswerte Spaziergänge um den Schloßteich,
den Oberteich (die beide reiche Gelegenheit
zu Gondelfahrten geben) und durch die weitausgedehnten Grünanlagen der Stadt (auf dem ehemaligen Glacisgelände) zur
Villenvorstadt Maraunenhof und der Stadtgärtnerei. Eine Sonderbesichtigung verdient der neue Handels- und Industriehafen
Königsbergs, den man auf einem Dampfer (mehrmalige Abfahrt vormittags ab Grüne Brücke)
oder mit dem Autobus (Abfahrtstelle
Vorstädtische Langgasse Ecke Sattlergasse) erreicht. Vor dem Kaibahnhof die moderne zweigeschossige Reichsbahnbrücke.
Besonders sehenswert ist das Hafenbecken IV mit den größten Silos des Kontinents. Empfehlenswert ist auch ein Gang durch die
Lastadie am Pregel mit ihren hochragenden Speicherreihen in mittelalterlicher Bauart, mit ihren Haus- und Handelsmarken und
Reliefs aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
In Kalthof der erste Flugbahnhof Deutschlands Devau und an der Cranzer Allee die
Pferderennbahn Carolinenhof.
|